: Isabelle Huppert | International Actors Award 2013

huppert

Action ! Isabelle Huppert hat in mehr als hundert Spielfilmen mitgewirkt , ihre eigentlich berufsrelevanten Filme drehte der bekennende Workaholic Claude Chabrol mit ihr und Stéphane Audran , seiner Ehefrau . Hupperts international renommierteste Anerkennungen waren 1996 der César für La Cérémonie von Claude Chabrol und Cannes 1978 & 2001 Best Actress in Chabrol’s Violette Nozière & Haneke’s La Pianiste .

Isabelle Huppert ( *1953 , redhead natural – Sommersprossen hin oder her ) ist mit Juliette Binoche ( *1964 , brunette ) und Catherine Deneuve ( *1943 , blonde ) eine der letzten Grandes Dames des Französichen Films . Sie machte schon früh in ihrer Schauspielkarriere den Goldenen Fehler , sich für experimentelle Filme meist unbekannter Regisseure zu interessieren . Mit Godard’s Film Sauve qui peut (la vie) (Deutscher Titel : Rette sich, wer kann (das Leben) ) konnten die Kritiker 1980 eben so wenig anfangen wie dreissig Jahre später mit My Little Princess ( I’m Not a F**king Princess ; interessant dabei der verkaufslechzende deutsche Filmtitel ) von Eva Ionesco .

Ein sensibler Mensch fragt sich nach einigen Jahren beruflicher Performance natürlich , warum robustere Akteure des eigens erwählten beruflichen Genres merkantil erfolgreicher sind . Narzistisch problem.strukturierte Personen wählen die nicht erkenntnissteigernde gewalt- oder persönlichkeits.offenlegende Prostitution vor laufender TV-Kamera , oder tauchen in ungenaue drogensubstratisierte Phasen ab , die bei einem gewissen Medien.Bekanntheitsgrad von darauf abgerichteten Papparazzi.Nutten rasch ausfindig gemacht werden . Dumm gelaufen .

Huppert hatte sich in dem Beifang der Filmproduktion vermutlich überschätzt , jedoch rechtzeitig begonnen , einen Cocon aufzubauen , der sie vor schädlicher Ionisierung schützen sollte . Allerdings müssen Filmproduktionen heute mehr denn je auch medial verkauft werden , damit sie an der Kinokasse immerhin die Produktionskosten einspielen , gerade europäische Filme . Das war in den 1970er oder 1980er Jahren noch paradiesischer , da die Produktionskosten ungleich kleiner und andere mediale Versuchungen nicht existent waren . Nun denn , auch nach 110 Jahren Filmgeschichte ist Filmherstellung eine legale Lizenz zum Gelddrucken geblieben . Wenn in Hollywood jetzt nur noch vier bis fünf mittelmässige Filme von zwei Blockbustern mischfinanziert werden , könnte man das auch eine Gesundung nennen ; früher waren es zehn . Geld ist offensichtlich genug vorhanden : Isabelle Huppert spielte in den letzten drei Jahren in 17 Kinofilmen ( 2011 /3 , 2012 /7 , 2013 /5 , 2014 /3 ; Binoche 11 , Deneuve 10 ) , bis auf drei us.amerikanische und eine koreanische alles französische Produktionen . In Deutschland wäre man schon froh , wenn es so viele Filme in drei Jahren überhaupt bis an die Kinokassen schaffen würden .

Bleibt die Frage , was an einer undotierten Preisverleihung in einem oktober.verregneten Köln für eine vielbeschäftigte Schauspielerin interessant ist ? Nach einer eher peinlichen Laudatio bedankte sich die Unnahbare artig für den zum ersten Mal vergebenen International Actors Award der Cologne Conference , machte aber aus ihrer zögerlichen Annäherung zu Deutschland kein Hehl , nennt Marlene Dietrich , Werner Schroeter und Peter Zadek als Protagonisten einer sie an Deutschland interessierenden Stilrichtung . Im vorangegangenen Werkstattgespräch mit Marcus Seibert war sie zwar etwas gesprächiger , beliess es aber auch hier bei unverfänglichen Aussagen wie ‘Everything is Everywhere’ oder bezogen auf die Gradwanderung zwischen Drama und Comedy ‘You have to be true’ . Abnehmen muss man ihr natürlich nicht , dass sie sich auf ihre Rollen kaum vorbereitet und relaxed am Set verweilt : ‘It’s a mental preparation in a little frame , not like life .’ Psychologisch deutet eine solche Aussage eher auf eine Kompensation im realen Leben hin , vielleicht bleibt bei derart vielen Produktionen aber tatsächlich kaum Zeit zur Vorbereitung . Eine gute Improvisationskunst ist eben nicht nur im Realen sondern auch im Fiktiven nötig , soll es professionell aussehen . Cut !

Propaganda Go!
oder Wie Style Ich Mein Event
Film ( Nah.sehen ) und im Besonderen die Applikation TV ( Fern.sehen ) hat in Köln /NRW eine besondere Heimat seit mehr /fast 100 Jahren .

Wenn die Einen über Riefenstahl propagieren , weil sie nicht so richtig wissen , wie die mehr als 100-jährige Filmgeschichte geschrieben wurde , stellen die Anderen fleissig Film.Förderanträge . Allein in NRW liess man sich im vergangenen Jahr die Set.Einladungen zu 900 Drehtagen rund 27 Millionen Euro für 99 Produktionen kosten . Wirtschaftlich wurde der Retro.Charme der Filmbranche , die in Deutschland vorrangig Fernsehfilme produziert , längst von der Computerspiel.Industrie überholt . Das musste auch vor drei Jahren die Filmstiftung NRW erkennen , die in ihrer Neuaufstellung als Film und Medien Stiftung NRW im laufenden Games.Förderjahr 2013 die darbenden Spieler mit einer StartUp.Förderung von 1,5 Millionen Euro an den Standort NRW binden will ; wie üblich mit nur bedingt rückzahlbaren Darlehen . Da ging die NRW.Bank mit dem 2009 aufgelegten Kreativwirtschaftsfonds über 30 Millionen Euro einen deutlich grösseren Schritt ; ein eigens dieses Schrittmass attestierendes Gutachten bescheinigte damals der Spieleindustrie gar 20.000 Angestellte , während EA-Manager Florin auf der gamescom 2009 von nur 5.000 Angestellte berichten konnte . Wäre die Filmbranche etwas unabhängiger aufgestellt , würde diese mediale Verclusterung zumindest für einen kleinen schmutzigen Kurzfilm genügend Futter hergeben .

Auf der diesjährigen Daddelmesse gamescom 2013 sprach der Branchenverband BIU von 212 in NRW ansässigen Spielefirmen ( 25 Prozent der bundesdeutschen Unternehmen ) , die für dieses Jahr einen Umsatz von 500 Millionen Euro auf 34.000 qm Digitalem Medienland NRW erwarten .

Kurz nach der zweiten Gross-Deutschen Kolonialisierung begann Anfang der 1990er Jahre die ehemals durch den Kohleabbau und die Stahlindustrie für die föderale Deutsche Republik so bedeutsame Klein.Republik NordRhein-Westfalen die Medien ( wieder ) zu entdecken ; es gab verschiedene Ideen in der NRW.Hauptstadt Düsseldorf , und in der viel mehr unter der scheidenden konstituierenden Macht leidenden Schmuddel.Hauptstadt der Macht Köln , wie dieser Propaganda.Verlust für gewisse Infrastrukturen kompensiert werden könnte . SPD.Hardliner Wolfgang Clement stellte die Neue Medienlinie irgendwann auf einem Medienforum vor … seitdem sind mehr als zwanzig Jahre vergangen : Das Medienforum NRW feiert sein 25stes Jubiläum nur noch an einem Tag statt eine Woche lang , und auf der Cologne Conference wird in der 23sten Ausgabe erneut ein mehr als umstrittener Regisseur mit einem steuerfinanzierten Filmpreis von 25.000 Euro gewürdigt ; zuvor wurden damit 2009 der in der Hochphase seiner Vergewaltigungsfestsetzung in der Schweiz fest sitzende Roman Polanski ( Pädophilie ist ok ) , 2010 der sogenannte Kult.Regisseur David Lynch ( Sektenreligion ist ok ) , 2011 der Commercial.Regisseur Tarsem Singh ( Capitalism ist ok ) und im vergangenen Jahr 2012 François Ozon ( Prostitution ist ok ) ausgezeichnet . In diesem Jahr sind es Drogen und Aids AND THE WINNER IS Harmony Korine

Ich weiss nur zu gut , wie schwer es ist , tagtäglich einen schlechten oder zumindest ambivalenten Ruf – wie es die Kunstgeschichte so schön umschreibt – aufrecht zu erhalten . Im Falle eines öffentlichen Festivals , also vorrangig aus zwangsweise eingetriebenen ( Rundfunkstaatsvertrag der BR Deutschland ) oder freiwillig entrichteten Steuern und gewissen Sponsor.Leistungen der unmittelbar Profitierenden der Szene , ist die In.Fragestellung nach der publikumswirksamen Relevanz , falls der Schwarm überhaupt eine faire Möglichkeit hat , an Festivalkarten zu gelangen , solcher intellegent.gehübschten Veranstaltungen sicher nicht zulässig , aber zumindest als Hinweis gedacht . Bei den gerade heraus umschwärmten us.amerikanischen TV.Serien , die mit Kinofilm.Budgets Burger und andere Dinge des täglichen Bedarfs verkaufen helfen , zeichnen sich zumindest für europäische Produzenten Grenzen auf ; im sehr Speziellen natürlich für die mit leuchtenden Augen staunenden TV.Produzenten , die in einigen Jahren , wenn es keine öffentlichen Gebührengelder mehr geben wird , zusehen müssen , wie sie denn ihre Silverliner motivieren können , eine neue Staffel Volksmusik oder Tatort zu finanzieren , die sie auch nur schwer im nicht-deutschsprachigen Raum vermarkten können .

Bloss ‘Keine Experimente’ wagen hatte in den 1950er Nachkriegsjahren der Eiserne Adenauer seinem Volk gepredigt ; dabei ist es in vielen Bereichen bis in die dritte Merkel-Staffel geblieben , vornehmlich in der Art Geschichten zu erzählen . Was macht’s : Bisher hat man ja noch rund 8,5 Milliarden Euro jedes Jahr dafür zu verschwenden ( update 13-10-08 : allein der WDR 1 Milliarde – vorerst | spon ) , ohne direkt zugesprochenem Kulturauftrag . Wenn heute dieser kleine Bericht über eine kleine Veranstaltung erscheint , lädt man beschwipst in Cannes an der Côte d’Azur zum German MIP Cocktail – dem eingeschüchterten TV.Steuerzahler sei es gedankt .
:: ujh . magacine

tags : film festival huppert

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