: artro – die neue zivilisation der weltraumkultur

wilp beuys kenia

Zwei der bedeutendsten Visionäre und Künstler des 20sten und 21sten Jahrhunderts AD im deutschsprachigen Kulturraum sind 27 und 8 Jahre nach ihren physischen Toden in ihrem Wirken kaum verstanden :
Joseph Beuys ( * 12.05.1921 Krefeld , † 23.01.1986 Düsseldorf ) und
Charles Wilp ( * 15.09.1932 Witten , † 02.01.2005 Düsseldorf ) ;
ganz zu Schweigen von ihrem Zusammenwirken .

Joseph Beuys leitete den Kreativprozess vom göttlichen ‘Kreator-Prinzip’ ab , von einem Gott , der sagt : ICH WERDE EUCH FREI MACHEN! , das für Beuys nichts anderes bedeutete : Kreativität ist Freiheitswissenschaft . Für Charles Wilp war der Urstoff der Kreativität die Schwerelosigkeit . “Nur wenige alte Meister haben sie produziert , erleben konnte sie keiner , weil eben die Weltraumfahrt es erst seit 35 Jahren ermöglicht , die Schwerelosigkeit am eigenen Körper zu erleben ,” beschreibt Wilp seine entfesselte Sinnlichkeit in dem Portraitfilm :. ARTRONAUT 2000X . Nach dem weltweiten Erfolg der Afri Cola .Relaunch -Werbekampagne setzte sich Charles Wilp zusammen mit seinem Freund Joseph Beuys 1972 auf der Dokumenta 5 mit dem Werk Konsumrealismus selbstkritisch und reflektierend mit seiner eigenen Arbeit und Werbung ganz allgemein auseinander . Der Dutschke der Werbung trieb die Entgrenzung von Kunst & Massenkultur voran , und wollte das Spiel des Schöpferischen im Menschen wieder entdecken lassen . Nutzte Wilp in seinen Marketingkonzepten bereits naturwissenschaftliche Erkenntnisse über enthemmende niederfrequente Vibrationen und ‘Theorien über die Flimmerfrequenz der orgastischen Manschette’ , so sah er auch , dass es in erster Linie darum gehen muss , sich selbst einen schwerelosen Raum zu schaffen , aus dem alles Kreative der Lebensgestaltung & der Liebe entstehen kann .

Kreativität war für Joseph Beuys eben keine modische Erscheinung . “Sie ( die Kreativität / Anm. der Red. ) wird , wie in allen Machtsystemen , die kein Interesse an der menschlichen Bewußtwerdung haben , durch die Medien , durch die Mittel also , die solche Machtstrukturen besitzen , heruntergewirtschaftet zu einem ‘fashonable creativity’ . In seinem 1985 gehaltenen Vortrag AKTIVE NEUTRALITÄT – Die Überwindung von Kapitalismus und Kommunismus erinnert er auch an den SOUVERÄN aus seinem Gedankenmodell der SOZIALEN PLASTIK . “Denn aus dem Freiheitsbegriff und aus dem Kreativitätsbegriff geht ja hervor , daß dieses seine Kraft ist , die ihn sich selbst bestimmen läßt , wodurch er sich selbst bestimmen kann”.

Charles Wilp , der radikalere Rebell der beiden Freunde , konnte seit Michelangelo , seit 500 Jahren bis in die Gegenwart , kaum nennenswerte Kunst ausmachen . Der alte Kunstbegriff war für Wilp unnütz , ausser man verkauft damit eine Ware oder schafft Bewusstsein . Für den medienversierten Werbeguru Wilp war ARTRO der eigentliche Creativcode , den Beuys und er geknackt hatten . ARTRO ist die schwerelose Schnittmenge aus Werbung und Kunst , die nicht nur Fantasie schaffen will , sondern die individuelle Merkwelt für eine sinnliche Fantasiesymbiose der inneren Erkenntnis öffnen will , um authentische Ergebnisse zu erzielen . Authentisch individuelle Elemente einer künstlichen Synthese der Visualisierung der Grossartigkeit des Universums , das mehr als das überschaubare elefantenschwere Erdenleben für Wilp bedeutete .

Beuys und Wilp entwickelten , und das ist das noch zu Entdeckende dieser empathischen Männer .Freundschaft , mit etwas unterschiedlichen Ansätzen ihre Vorstellungen der Freiheit des Individuums , Beuys in der SOZIALEN PLASTIK und Wilp im schwerelosen ARTRO . Ein guter Ort für diese lustvoll provokanten Gedanken war Wilp’s Schwerelosigkeitszone im Futuro – auf seinem Haus in Düsseldorf .Wittlaer am Rhein positioniert . In dem vom finnischen Architekten Matti Suuronen entworfenen Fiberglas .Bungalow schwelgten Anfang der 1970er Jahre neben Joseph Beuys und Andy Warhol auch Christo oder Arthur Paul mit Charles Wilp in spacig schwerelosen Sphären , bis es ihm 1973 untersagt wurde , das Futuro auf dem Dach seines Hauses stehen zu lassen , da es das Stadtbild stören würde . Allerdings konnte es Charles Wilp 1998 noch miterleben , wie sein Futuro 25 Jahre später unweit des ursprünglichen Platzes in einer grossen Retrospektive zur 1960er Jahre PopKultur als Kultobjekt im Kunstmuseum Düsseldorf gehandelt wurde . Diese Reminiszens bleibt den meisten Künstlern zu Lebzeiten verwehrt .

Miterleben konnten dann beide nicht mehr , dass eine findige EU .Kommission nach jahrelanger steuergeldfinanzierter Recherche die KREATIVITÄT als innovativen Wirtschaftsmotor entdeckt ; wir schreiben bereits das Jahr 2007 AD . Seitdem wird keine Landes- und Kommunalbehörde mehr müde , Creative .Module ins öffentliche Leben zu integrieren . Was auch immer das dann sein mag , verkünden Medienstaatssekretäre als Standortmarketing für Kunst und Kultur , einer vielwortigen Imagekampagne als konsolidierendem Masterplan für eine ziellos umherschwirrende , ausgebrannte Leistungsgesellschaft . Für manchen Lokalpolitiker hört sich das nach ganz grossem Kino an , fleissig werden urbane Creative .Festivals veranstaltet , ohne auch nur annähernd zu ergründen , welcher Output eigentlich förderungswürdig wäre . Marode Stadtviertel erstrahlen creative .gehübscht , ihre angestammten Bewohner sind längst durch hohe Mieten aus den kernsanierten Wohnvierteln verdrängt , und auf dem neuerwirkten Creative .Playground laden Offene Publikumstage zum Atelierevent mit Künstler .Anfassen .

“Da , schaut einmal , wie frei wir sind! Die Künstler können machen , was sie wollen! … Bestenfalls läßt man ihnen Narrenfreiheit , aber dann sind diese Künstler auch Narren! Man läßt Ihnen eine Spielwiese , wo sie sich austoben dürfen , um keinen Einfluß nehmen zu können auf das Geschehen … als Souverän der Menschengesellschaft” , Beuys in seinem Vortrag AKTIVE NEUTRALITÄT, Rohrschach/ Schweiz 1985 .

Charles Wilp wollte die alten Parameter von Kunst in der Darstellung zwischen Kult und Macht in der erlebbar zu gestaltenden Schwerelosigkeit ARTRO auflösen . Jeder Gewillte sollte dazu befähigt werden , die unendlichen Weiten seines eigenen Kosmos kennen zu lernen , eines sinnlich aufgeladenen , authentisch individuellen Alls , das nach Erfüllung und symbiotischer Auflösung im Gemeinsamen strebt , einer Neuen Zivilisation in der Weltraumkultur .

Charles Wilp sah in den ökologischen Herausforderungen der Zukunft die Chance , durch die wir uns mental und körperlich auf eine andere Ebene unseres eigenen schöpferischen Energiepotentials vorbereiten können , “indem man die Poesie des Mitmenschen in eine andere Aktion bringt … Die Menschen sind zu sehr auf ihre primitivsten Gelüste hin ausgerichtet , erzogen auf ihre primitivsten Instinkte als Verbrauchermenschen .”

Sneak .Preview aus
Charles Wilp – No Rest No Ending
Part II : Synesthesia Wilp X Beuys
Uwe J. Haack , virage – Amsterdam late 2014

|| Charles Wilp wäre heute , am 15. September 2013 , 81 Jahre alt geworden ; zu seinen Lebzeiten war er leidenschaftlicher Förderer der crosxcanal .Idee .
:: ujh . magacine

.: WORLD WIDE WILP | wilp.crosx.net
.: Schwerelosigkeit ist die Triebkraft alles Kreativen : shortlist
.: es steht alles , es fällt nichts – Charles Wilp : magacine

.: KUNST = WERBUNG / Wilp : shortlist
.: KUNST = KAPITAL / Beuys : shortlist

foto .credit :
Charles Wilp , Selbstportrait mit Joseph Beuys in Kenia
b/w .still aus dem Film :
ODYSSEE LOVE HOTEL
Uwe J. Haack , virage – Kassel/Köln 1996
crosz culture foundation / crosxcanal © 2000X13

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tags : artro wilp spaceart beuys

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